Welche gesundheitlichen Vorteile bietet die ergänzende Einnahme von Probiotika?

Welche gesundheitlichen Vorteile bietet die ergänzende Einnahme von Probiotika?

Probiotika gesundheitliche Vorteile

Von Heilkundlern und der Werbung viel gepriesen, doch von manchen Wissenschaftlern eher kritisch betrachtet, kommen wir während unserer Lebensmitteleinkäufe und beim Durchblättern verschiedenster Frauen- und Gesundheitszeitschriften nicht mehr um sie herum: die Mikroorganismen, die unser Essen gesünder machen und in der Hauptsache Milchsäurebakterien enthalten – Probiotika.

Aber was ist das genau, was macht es mit uns und unseren Lebensmitteln und wirkt es tatsächlich so gut wie beworben?

Was genau sind Probiotika?

Probiotika sind Mikroorganismen, also Kleinstlebewesen wie zum Beispiel die Laktobazillen und die Bifidobakterien, die alle zum Stamm der Milchsäurebakterien zählen. Diese Bakterien haben viele gesundheitsfördernde Eigenschaften. Probiotika werden zum Beispiel eingesetzt, wenn die Darmflora nach Antibiotika-Einnahme, bei Reizdarmsyndrom, starken Erkältungen oder anderen Erkrankungen wieder aufgebaut werden muss.

Definition von Probiotika Der Name Probiotika setzt sich aus dem lateinischen Pro “Für” und dem altgriechischen Bios-“Leben” zusammen. Probiotika sind sehr nützlich für die gesunde Darmfunktion. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Probiotika folgendermaßen:

»Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die einen positive Wirkung auf die Gesundheit des Menschen haben.« (Definition der WHO 2001)

Das können Milchsäurebakterienstämme sein, doch ebenso Hefekulturen.

Diese kleinen gesunden Helfer stecken in Lebensmittel, können in Medikamenten und in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein. Um jedoch eine optimale Wirkung auf den Körper zu erzielen, müssen genügend lebende Kleinstlebewesen enthalten sein. Hier spricht man von einer Größenordnung von circa 10 Millionen Mikroorganismen auf 10 Gramm.

Lebensmittel, in denen diese Mikroorganismen in der ausreichenden Menge enthalten sind, sind zum Beispiel Joghurt und rohes Sauerkraut. Bei Joghurt verringert sich der Anteil der Mikroorganismen jedoch allein schon durch die Lagerung. Wird Sauerkraut zum Verzehr gekocht, tötet dies die wichtigen Bakterien sofort ab.

Verwendete Arten der probiotischen Bakterien

Folgende Arten werden hauptsächlich für Lebensmittel, aber auch für Nahrungsergänzungsmittel oder in Medikamenten eingesetzt:

  • Laktobazillen
  • Bifidobakterien
  • Saccharomyces cerevisiae, Hefe
  • Saccharomyces boulardii, Hefe

Laktobazillen

Der Lactobacillus ist eine stabförmige Bakterie der Gattung Lactobacillaceae. Die Laktobazillen sind eine Art der Milchsäurebakterien, da sie durch Gärung Milchsäure erzeugen. Diese Bakterien sind immens wichtig für die Lebensmittelherstellung. Genutzt werden sie hauptsächlich für die Herstellung von Milchprodukten und für einige Bierspeziälitäten, wie die berühmte und beliebte Berliner Weiße.

Bifidobakterien

Die gabelförmigen Bifidobacterium werden für die Fermentierung von Molkereiprodukten genutzt. Im menschlichen Körper sind sie unter anderem im Dickdarm angesiedelt. Sie fördern eine gesunde Verdauung und sind auch in der Lage, das Immunsystem zu stärken.

Saccharomyces cerevisiae

Saccharomyces cerevisiae oder die Backhefe, ist ein einzelliger Pilz. Neben dem Einsatz beim Backen wird die Backhefe auch bei der Gärung von Bier und Wein genutzt. In der Medizin wird sie zur Behandlung von Durchfallerkrankungen, Haarausfall und zur Kräftigung des Allgemeinbefindens eingesetzt.

Saccharomyces boulardii

Saccharomyces boulardii ist ebenfalls eine Hefe und eng mit der Backhefe verwandt. Saccharomyces boulardii wird in der Medizin als probiotischer Arzneistoff bei Durchfallerkrankungen verwendet. Außerdem wird diese Hefe als Vorbeugung gegen Durchfallerkrankungen während einer Antibiotika Behandlung und zum Aufbau der Darmflora nach Antibiotika eingesetzt.

Wie wirken diese Mikroorganismen auf unseren Körper?

Die probiotischen Kleinstlebewesen wandern in unserem Körper bis in den Darm, um sich dort anzusiedeln. Dazu müssen sie stark und gesund genug sein, um auf ihrer Wanderung durch den Magen der Magensäure zu widerstehen. Im Darm unterstützen die probiotischen Mikroorganismen die Darmflora, indem sie das Eindringen gefährlicher Bakterien verhindern und schädliche Keime abwehren.

Die Mikroorganismen

  • regulieren unsere Verdauung
  • verdrängen schädliche Keime
  • wehren krankmachende Bakterien ab
  • stärken das Immunsystem des Darms
  • verstärken die Schutzfunktion des Darms
Was man wissen sollte: Nicht alle probiotisches Mikroorganismen sind gleich. Bakterien und Hefen verschiedener Stämme haben auch eine unterschiedliche Wirkung auf den Körper. Man sollte daher darauf achten, ein für die Erkrankung passendes Probiotikum zu wählen.

In welche Gruppen werden Probiotika unterteilt?

Probiotika kann man generell in vier verschiedene Gruppen unterteilen. Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, bzw. Arzneimittel, Functional Foods und Kosmetik.

Probiotische Lebensmittel

Es gibt Lebensmittel, die von Natur aus Mikroorganismen enthalten. Probiotika in ausreichender Menge, um eine positive Wirkung auf den Körper anzukurbeln, findet man unter anderem in Sauerkraut, Natur-Joghurt, Kefir, Mango, Kombucha, Apfelessig, Buttermilch und Kimchi.
Weitere Lebensmittel, die natürliche Probiotika enthalten, sind:

  • Pastinaken
  • Chicorée
  • Schwarzwurzeln
  • Lauch
  • Topinambur
  • Artischocken
  • Löwenzahnwurzeln
  • Porree
  • Zwiebeln
  • Spargel
  • Weizenkleie
  • Cashewnüsse
  • Knoblauch
  • Bananen

Auch in Käsesorten, die nicht pasteurisiert sind, wie zum Beispiel Gouda, Gruyere oder Cheddar findet man die nützlichen probiotischen Mikroorganismen.

Functional Foods

Functional Foods – oder zu deutsch die funktionellen Lebensmittel – haben neben ihrem Nährwert noch einen großen gesundheitlichen Nutzen für den Körper. Diesen Lebensmitteln werden probiotischen Mikroorganismen zugesetzt. Dies sind in der Regel Smoothies mit Probiotikum, Fruchtsäfte oder spezielle Milchprodukte.

Arznei- oder Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel mit probiotischen Bakterienstämmen sind frei verkäuflich überall im Handel erhältlich. Sie werden als Tabletten, Kapseln oder als Pulver angeboten und entweder zu den Mahlzeiten oder aber auch über den Tag verteilt eingenommen.

Probiotika in der Kosmetik

Auch die Kosmetikindustrie hat die kleinen starken Helfer für sich entdeckt. In der Kosmetik findet man sie hauptsächlich in Cremes.

Welche Vorteile hat die Einnahme von Probiotika?

Vorteilhaft ist Probiotika immer dann, wenn es um das Gleichgewicht der Darmflora geht. Eine gestörte Darmflora kann viele Erkrankungen auslösen. Die Mikroorganismen helfen dem Darm, sich zu regenerieren und helfen dabei, die Darmflora wieder aufzubauen. Positive Effekte werden deshalb bei folgenden Erkrankungen mit der Einnahme von Probiotika erzielt:

  • Allergien
  • Blähungen
  • chronische Verstopfung
  • Durchfall
  • Reisediarrhöen
  • Auftreten von Durchfällen nach Einnahme von Antibiotika
  • Stärkung des Immunsystems
  • Reizdarmsyndrom
  • chronische Darmerkrankungen

Die Wirkung von Mikroorganismen auf den menschlichen Körper wird noch nicht allzu lange erforscht. Trotzdem zeigt sich jetzt schon in verschiedenen wissenschaftlichen Studien, dass Probiotika auch auf andere Beschwerden, beziehungsweise Erkrankungen, eine durchaus positive Wirkung erzielt.

Diese sind unter anderem:

  • Depressionen
  • Bifidobacterium Infantis bei Arhtritis
  • Senkung des Cholesterinspiegels
  • Verminderung von Säure Problemen, wie zum Beispiel saures Aufstoßen
  • Funktionelle Bauchbeschwerden
  • Bakterielle Vaginose
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Scheidenpilz
  • Laktoseintoleranz

11 Eigenschaften und Vorteile von Probiotika

1. Probiotika und die psychische Gesundheit

Die Bakterien des Darms stehen in ständiger Verbindung mit unserem Gehirn und unserem Nervensystem. Über Immunzellen, unseren Hormonzellen und den Nerven – der sogenannten Darm-Hirn-Achse – findet diese Kommunikation zwischen Darm und Gehirn statt.
Erste wissenschaftliche Studien zeigten nun, dass mit einer positiven Beeinflussung der Darmflora mit Probiotika psychische Beschwerden wie Ängstlichkeit und Depressionen immens gelindert werden konnten.

Aber auch gegen neurologische Störungen sollen die kleinen Helfer wahre Wunder vollbringen. So soll Dr. Natasha Campbell-McBride aus Großbritannien ihrem an Autismus erkrankten Sohn durch die tägliche Eingabe von Probiotika geholfen haben. Die Begleitsymptome der Erkrankungen verschwanden fast ganz.

2. Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Probiotika

Der Milchzucker – die Laktose – der in vielen Milchprodukten vorkommt, bereitet vielen Menschen starke Probleme. Durchfall, Magenkrämpfe und schmerzhafte Blähungen sind die typischen Symptome einer Milchzuckerunverträglichkeit. Diesen Menschen bleibt oft keine andere Möglichkeit, als Laktose zu meiden oder ein Milchzucker aufspaltendes Enzym in Tablettenform einzunehmen, um die wirklich unangenehmen Begleiterscheinungen der Laktoseintoleranz zu vermeiden.

Die Lebensmittelindustrie hat mittlerweile auf das Problem reagiert und bietet immer neue, laktosefreie Lebensmittel an.
Allerdings wird mehr und mehr auch Probiotika als Lösung gegen Laktose Unverträglichkeit angesehen. Erste Studien zeigen auch hier von einer sehr guten Symptomlinderung durch die Mikroorganismen.
Getestet wurde mit probiotischem Joghurt. Erklärt wurde der Erfolg der Symptomlinderung durch den positiven Einfluss der Mikroorganismen auf die Darmflora und einer hierdurch erhöhten Akzeptanz und Aufnahme des Milchzuckers und durch die eigenständige Freisetzung des Lactase-Enzyms durch die probiotischen Mikroorganismen.

Mit der Einnahme von Probiotika lassen sich auch andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten vermindern. Besonders die Glutenunverträglichkeit – die sogenannte Zöliakie – lindern. Eine gesunde Darmflora schützt den Darm vor einer durchlässigen Darmschleimhaut – dem sogenannten Leaky-Gut-Syndrom – die in vielen Fällen für eine entstehende Nahrungsmittelunverträglichkeit verantwortlich ist. Durch die Einnahme von Probiotika wird der Darm und die Darmschleimhaut gestärkt.

3. Probiotika und Herz- Kreislauferkrankungen

Um der häufigsten Todesursache weltweit, den Herz-Kreislauferkrankungen, Herr zu werden, forschen Wissenschaftler aus der ganzen Welt praktisch rund um die Uhr. Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, sportliche Betätigung bis hin zu Stress wurden dahin gehend untersucht, ob und in welcher Form sie für eine Herz-Kreislauferkrankung verantwortlich sind. Dabei stieß man auf die Möglichkeit, dass die Zusammensetzung der Bakterien in unserem Darm ebenfalls einen Einfluss auf die Gesundheit unseres Herzens hat.
In Studien wurde zweifelsfrei festgestellt, dass Probiotika den Cholesterinspiegel – den LDL-Spiegel – senken, welcher einen erheblichen Einfluss auf die Herzgesundheit hat.
Aber nicht nur der Cholesterinspiegel wird gesenkt, sondern auch der Blutdruck.

4. Abnehmen mit Probiotika

Wer abnehmen möchte oder Probleme hat, Gewicht zu verlieren, der kann durchaus von der Einnahme von Probiotika profitieren. Die Mikroorganismen sorgen nicht nur für eine gesunde Darmflora, sondern Studien zeigen, dass einige der Bakterienstämme sogar in der Lage sind, den Darm daran zu hindern, Fette aus der Nahrung zu absorbieren. Diese werden somit nicht vom Körper aufgenommen und eingelagert, sondern auf natürlichem Weg ausgeschieden.
Probiotische Nahrungsmittel verhelfen auch zu einem längeren Sättigungsgefühl. Man isst weniger und bewusster und die Pfunde purzeln.

Wichtig: Wer mit Hilfe von probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln abnehmen möchte, muss darauf achten, dass er/sie richtigen Mikroorganismen zu sich nimmt, denn einige Arten wie zum Beispiel Lactobacillus acidophilus führen zur Gewichtszunahme.

5. Probiotika gegen Atemwegserkrankungen

Der Verzehr probiotischer Nahrungsmittel oder die Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel hält auch unsere Atemwege gesund. Während verschiedener Untersuchungen fanden Ärzte heraus, dass sich im Lungengewebe die gleichen probiotischen Mikroorganismen ansiedeln wie im Darm. Sie untersuchten gesunde als auch Probanden mit Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel COPD und stellten fest, dass bei den kranken Probanden die Anzahl der gesunden Bakterienstämme extrem reduziert war. Bei den gesunden Probanden war die Zahl der gesunden Mikroorganismen im Vergleich mit schädlichen Keimen ausgeglichen, beziehungsweise sogar erhöht.

Bis Probiotika jedoch endgültig die Absegnung der Ärzte als Mittel gegen chronische Atemwegserkrankungen erhält, sind noch etliche wissenschaftliche Studien notwendig. Fakt ist jedoch schon jetzt, dass Probiotika das Immunsystem und damit die Atemwege stärkt und damit weniger anfällig für Grippe und Co. macht.

6. Probiotika und Pilzinfektionen

Wenn das gesunde Gleichgewicht zwischen guten und schädlichen Bakterien im Körper aus den Fugen gerät, besteht ein erhöhtes Risiko, an einer Pilzinfektion wie zum Beispiel Candida zu erkranken. Candidose ist der Sammelbegriff für Infektionen, die durch Pilze ausgelöst werden. Bei einem gesunden Menschen wurden diese Pilze überall nicht nur in der Haut und Schleimhaut, sondern auch im Rachenbereich, im Magen und im Darm nachgewiesen, sind bei einem intakten Immunsystem jedoch harmlos. Erst wenn das Immunsystem angegriffen ist, zum Beispiel durch die Gabe von Antibiotika, kann Candida Schäden im Körper verursachen. Diese Pilze befallen bei einer Immunschwäche nicht nur den Darm, sondern können sich im ganzen Körper ausbreiten. Die Gesunderhaltung des Darms, beziehungsweise der Darmflora schützt vor Pilzinfektionen.

7. Unterstützung der Krebsvorsorge durch Probiotika

Die tägliche Einnahme von probiotischen Mikroorganismen kann dem Körper bei der Abwehr von Krebszellen helfen. Es gibt Studien, die die positive Wirkung der Mikroorganismen zur Vorbeugung gegen Darmkrebs-Erkrankungen bestätigen. Auch die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs kann eine tägliche Gabe der kleinen Helfer entgegenwirken. Dies bestätigt eine Untersuchung aus dem Jahre 2012.

8. Schutz vor UV-Strahlung durch Probiotika

Nicht nur für die Darmgesundheit ist Probiotika gut. Tatsächlich konnte in Untersuchungen erwiesen werden, dass Probiotika die Haut vor dem Einfluss schädlicher UV-Strahlung schützen kann, indem sie das Immunsystem der Haut stärken. Dies schützt auch gleichzeitig die Haut vor vorzeitiger Alterung.

9. Schutz vor Schäden und Folgeschäden durch Antibiotika

Empfehlenswert ist es, probiotische Mikroorganismen direkt nach der Einnahme eines Antibiotikums einzunehmen, um die geschädigten Darmflora so schnell wie möglich wieder aufzubauen.
Antibiotika hat immer einen sehr negativen Effekt auf die Darmflora. Hier sind nicht nur die mehrtägigen oder gar mehrwöchigen Gaben an Antibiotika zu erwähnen. Sogar kleinste Mengen an Antibiotika können das gesunde Gleichgewicht der empfindlichen Darmflora zerstören.

Wichtig: Da leider sehr oft mehr oder weniger hohe Spuren von Antibiotika in Fleisch- oder Molkereiprodukten nachweisbar sind und wir diese Antibiotika Reste durch den Verzehr der Nahrungsmittel aufnehmen, ist es empfehlenswert, probiotische Produkte entweder regelmäßig oder als Kur in regelmäßigen Abständen zu uns zu nehmen.

10. Hilfe für einen gesunden Mund-Rachenraum

Die Mikroorganismen beeinflussen nicht nur die Verdauung unseres Körpers. Sie spielen auch eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung unseres Mund- und Rachenraumes. Probiotika kann viele Mund- und Rachen Infektionen verhindern und Parodontale Erkrankungen lindern.
Auf dem Markt sind deshalb mittlerweile unzählige probiotische Mittel in Form von Lutschtabletten oder Kaugummis erhältlich. Regelmäßig zusammen mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten angewandt, helfen diese Mittel, Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten.

11. Zuverlässiger Schutz vor Darmerkrankungen

Studien belegen, dass Probiotika in der Lage ist Darmgeschwüre zu reduzieren. Sie werden deshalb von den Ärzten für die Behandlung von Darmerkrankungen wie zum Beispiel Reizdarm und Morbus Crohn, bei chronischen, entzündlichen Darmerkrankungen und anderen Entzündungserkrankungen des Darms erfolgreich eingesetzt.
Die zusätzliche Behandlung mit dem Mikroorganismen bei Durchfallerkrankungen verkürzte in belegten Studien um mehr als einen Tag.

Ein gesunder Darm durch Probiotika

Gesunder Darm mit Probiotika macht gluecklich

Zwischen 400 und 500 verschiedene Bakterienarten leben im Magen-Darm-Trakt unseres Körpers, die eine positive oder negative Wirkung auf unseren Darm haben. Billionen einzelner Bakterien. Diese Menge an verschiedenen Bakterien erscheint im ersten Moment recht hoch. Dazu muss man sich den Darm nun einmal genauer anschauen. Der Darm ist das größte Organ des menschlichen Körpers. Er ist nicht nur extrem lang, sondern zusätzlich mit unendlich vielen Falten und Ausbuchtungen ausgestattet. Würde man den Darm entfernen und ihn auf dem Boden ausbreiten, käme man auf eine von Wissenschaftlern geschätzte Fläche von 250 Quadratmeter bis 500 Quadratmeter. Im Vergleich dazu, damit man sich die Größe vorstellen kann: ein Tennisplatz ist in der Regel um die 260 Quadratmeter groß.

Betrachtet man den Darm und die in ihm angesiedelten Bakterien auf diese Weise, wird einem schnell klar, dass Darm und Bakterien eine immens wichtige Rolle für unsere Gesundheit spielen.
Im Laufe eines Lebens verarbeitet der Darm geschätzte 30 Tonnen Nahrungsmittel und circa 50.000 Liter Flüssigkeit. Er arbeitet also auf Hochtouren. Hinzu kommen Giftstoffe, Mikroben und unverdauliche Substanzen, die mit der Nahrung in den Darm gelangen. Ein normaler dicker Schlauch als Darm könnte diese Höchstleistung nicht erbringen.

Deshalb hat sich die Natur etwas ganz Besonderes ausgedacht: die Haut des Darms ist mehrfach gefaltet und zusätzlich mit Zotten versehen, die man mit den Fingern eines Handschuhs vergleichen kann. So entsteht eine größere Kontaktfläche für die zu verarbeitenden Nahrungsmitteln. Damit diese im Vergleich zu anderen Organen “riesige Maschinerie” einwandfrei funktionieren kann, muss sie gesund bleiben.

Hier kommen nun die unzähligen Darmbakterien ins Spiel. In einem gesunden Darm sitzen etwa 85 % “gute”, nützliche Bakterien und 15 % schädliche. Gerät dieses Gleichgewicht ins Wanken, können sich eine Vielzahl an gesundheitlichen Problemen einstellen. “Füttern” wir unseren Darm dagegen regelmäßig mit probiotischen Mikroorganismen, stärken wir damit nicht nur unseren Darm und erhalten ihn gesund, sondern unseren kompletten Körper. Weitere Forschungsprojekte dazu auf dieser Webseite.

Dem Körper etwas Gutes tun

Um dem Körper mit probiotischen Mikroorganismen zu versorgen, kann man bei der Wahl seiner Lebensmittel darauf achten, dass natürliche Probiotika darin enthalten sind. Sauerkraut, roh verzerrt, ist ein ausgezeichneter Lieferant von Probiotika. Aber auch Buttermilch, Joghurt, Kefir, Kombucha und etliches mehr ist geeignet.

Wer sich nicht sicher ist, ob Probiotika in Lebensmittel ausreichend ist, kann auch auf probiotische Mittel in Kapsel-Tabletten- oder Flüssigform zurückgreifen.

Nebenwirkungen von Probiotischen Mitteln

Werden gezielt probiotische Mittel eingenommen, kann es anfangs zu einer Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Das ist wie bei homöopathischen Mitteln völlig normal und zeigt nur, dass der Körper reagiert.

Wichtig: Vor der Einnahme probiotischer Mittel sollten Sie Ihren Arzt zurate ziehen. Er kann Ihnen genau sagen, welches Mittel für Sie geeignet ist.

Worauf muss man beim Kauf probiotischer Mittel achten?

Wenn “Probiotisch” auf der Packung steht, muss der Inhalt auch probiotisch sein. Das ist er allerdings nur, wenn er auch wirklich lebende Mikroorganismen enthält. Da es mittlerweile unendlich viele Präparate auf dem Markt zu kaufen gibt, sollten Sie beim Kauf auf folgende Faktoren achten:

  • sind lebende Mikroorganismen enthalten?
  • auf die Mindesthaltbarkeit und die Verpackung.
  • auf das Produktionsland.
  • gibt es beim Hersteller Qualitätskontrollen?
  • sind Füllstoffe und andere Zusatzstoffe enthalten, wenn ja, welche?
  • die enthaltenen Bakterienstämme.
  • die Kulturbildenden Einheiten.
Die Anzahl der Kulturbildenden Einheiten, kurz KBEs, zeigt an, wie viele Mikroorganismen in diesem speziellen Präparat enthalten sind. Je höher die Anzahl, desto höher ist die Potenz des Präparates.

Für eine normale Unterstützung des Darms sind Einheiten von 5 bis 15 Milliarden KBEs ausreichend. Soll eine bestimmte Krankheit behandelt werden, können Einheiten bis zu 30 Milliarden KBEs nötig sein.

Bedenken Sie bitte: Kapseln und Tabletten verfügen in der Regel über eine magensaftresistente Ummantelung, daher erreichen alle Mikroorganismen dieser Kapseln oder Tabletten unbeschadet den Darm. Bei Pulvern oder Flüssigkeiten überleben etliche der Mikroorganismen die Wanderung durch den Magen nicht. Hier muss die Anzahl der Einheiten höher liegen, damit der Bedarf an lebenden Mikroorganismen gedeckt werden kann.

Um ein möglich gutes und qualitativ hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel zu erhalten, achten Sie darauf, dass nicht zu viele minderwertige Füllstoffe enthalten sind. Hier empfiehlt sich der Kauf in Apotheken oder Reformhäusern.

DRK