Ortsverein Sprockhövel e.V.

Wir in Sprockhövel

Eingetragen von Lutz Heuser am 25.05.2018

Marc Friedrich

Marc Friedrich ist der neue Dienststellenleiter des DRK Sprockhövel. Erste Erfahrungen in der nicht polizeilichen Gefahrenabwehr machte er in seiner Jugend, 1994 trat er der Jugendfeuerwehr Essen-Burgaltendorf bei. Der Rettungsdienst kam dazu.

„Die Kameradschaft untereinander, das Arbeiten mit Menschen, auch in absoluten Ausnahmesituationen, macht mir großen Spaß. Meine rettungsdienstliche Erfahrung konnte ich in verschiedenen Städten und Kreisen bei unterschiedlichen Hilfsorganisationen sammeln“, erzählt er und berichtet dann von seinem eigenen Schicksal.

„Das war 2013. Vermutlich habe ich mich bei einem Patienten mit Grippe angesteckt, kein grippaler Infekt sondern die echte Influenza. Schnell ging es mir so schlecht, dass ich selbst in die Situation eines Notfallpatienten kam. Ich wurde im Krankenhaus intensivpflichtig, konnte nicht mehr atmen, weil meine Lunge versagte. Wochenlang lag ich im künstlichen Koma. Durch die lange Liegezeit hatte sich der Großteil meiner Muskulatur zurückgebildet. Sitzen und Bewegung – unmöglich. Aber ich kämpfte mich zurück ins Leben, bis ich wieder in meinem geliebten Beruf arbeiten konnte. Ich weiß heute wie es ist, wenn man sprechen möchte, aber nicht kann. Ich habe viele Maßnahmen am eigenen Körper miterlebt. Das alles sind Erfahrungen, die mich im Umgang mit mir selbst und den Mitmenschen geprägt haben. Gesundheit, meine Freundin und die Familie sind das Wichtigste für mich.“

2014 lernte Marc Friedrich im Rahmen der Flüchtlingsarbeit Lutz Heuser kennen, der damals stellvertretender Kreisvorsitzender des DRK im Ennepe-Ruhr-Kreis war. Er übernahm die Leitung einer Notunterkunft und die Einsatzleitung bei der medizinischen Sichtung von neuankommenden Flüchtlingen im EN-Kreis.

2015 ein neuer Schicksalsschlag: Bei einem Arbeitsunfall zerstörte er sich die linke Schulter dauerhaft. Eine Rückkehr in den alten Beruf war nicht mehr möglich. Er absolviert eine Umschulung zum Kaufmann im Gesundheitswesen.

Der Kontakt zum DRK riss nicht ab und er wurde Dienststellenleiter beim DRK Sprockhövel.

„Zuständig bin ich auch für die Verpflegungsgruppe der Einsatzeinheit des DRK im Ennepe-Ruhr-Kreis. Für mich ist diese Arbeit wichtig, weil ich so den Kontakt zum Menschen nicht verliere. Das war mir immer wichtig. Der einzige Unterschied: Heute bin ich oft in entscheidender Funktion vor Ort, früher war ich eher als ausführende Kraft tätig. Früher war ich der Sani, heute der Koch“, lacht er.

Ein besonderes Erlebnis war für ihn die Betreuung eines Angehörigen bei einer sterbenden Person. „Seine Frau hatte den Rettungsdienst gerufen, weil sie völlig überfordert war. Medizinisch konnten wir nicht helfen, der Patient schlief in unserem Beisein friedlich ein. Doch wir waren da und kümmerten uns um die Ehefrau. Sie bedankte sich später mit einem Kuchen und das fand ich sehr berührend.  Besonders schön ist es zu sehen, wie sich Menschen aus Notfallsituationen erholen. Dann weiß ich, warum ich meinen Beruf so liebe. Ganz aus dem Rettungsdienst bin ich auch nicht: Wenn auf unserer Rettungswache mal ein Kollege kurzfristig ausfällt, springe ich gerne ein.“